Unser Liebling der Saison: die Birne

16 September 2016

Zu Unrecht steht die Birne im Herbst meist im Schatten des übermächtigen, alles beherrschenden Apfels. Wir wollen das ändern.

Ihre Sorten heißen Gute Luise, Alexander Lucas, Clapps Liebling und Conference. Die bekanntesten und beliebtesten Sorten sind die flaschenförmige Abate Fetel und die rundliche Williams Christ. Der Geschmack der Früchte reicht von aromatisch süß über fein säuerlich bis zu leicht würzig. Da die Frucht auch in Italien, Spanien und Frankreich sowie in den USA, Chile oder Südafrika angebaut wird, ist die Birne oft auch zu anderen Jahreszeiten erhältlich. Die heimische Ernte beginnt jedoch jetzt im Frühherbst.

Welche guten und gesunden Eigenschaften besitzt die Birne?

Sie ist leicht verdaulich und magenfreundlich, da das Obst eine geringe Fruchtsäure aufweist. Wer säureempfindlich ist, sollte daher zu Birnen statt zu Äpfeln greifen. Die Birne ist reich an Vitamin C und Folsäure. Letztere ist wichtig für die Blutbildung und für die Entwicklung von Glückshormonen, wie zum Beispiel Serotonin. Außerdem enthält sie wichtige Mineralien wie Eisen, Magnesium und Zink sowie Jod, Kalium, Kupfer und Phosphat. Aufgrund des hohen Kaliumgehalts wirken Birnen entwässernd, was bei Nieren- und Blasenbeschwerden hilft. Die meisten Vitamine und Mineralstoffe sitzen, wie bei vielen Früchten, direkt unter der Schale. Man sollte sie daher immer mitessen.

Worauf ist beim Kauf und bei der Lagerung zu achten?

Essen Sie reife Birnen innerhalb von ein bis zwei Tagen und bewahren Sie die Früchte im Kühlschrank auf. Angereifte Früchte können bei Zimmertemperatur noch nachreifen. Übrigens: Wie bei anderen Obstsorten auch, sollte man Birnen nicht mit Äpfeln zusammen lagern. Das in Äpfeln enthaltene Ethylen beschleunigt den Reife- und somit auch den Fäulnisprozess. Gibt die Birne auf Fingerdruck nur leicht nach, ist sie reif für den Verzehr. An der Schale kann man den Reifegrad ebenfalls erkennen: Je heller die Schale, umso reifer ist die Birne.

Wie schneidet man die Birne?

Um Birnen in Scheiben zu schneiden, setzt man die Frucht mit dem Stiel nach oben auf ein Brett und schneidet mit einem großen Küchenmesser Scheibe für Scheibe um das Kerngehäuse herum.  Zum Vierteln und Entkernen wird die Birne erst der Länge nach halbiert, dann geviertelt. Anschließend jeweils den Stiel und das Kerngehäuse entfernen.

Wie bereitet man sie zu?

Verwenden Sie zum Kochen kleinere, nicht ganz reife Früchte. So gehen Sie sicher, dass die Früchte auch beim Erhitzen ihre Form behalten. Beispielsweise für die norddeutsche Regionalspeise „Birnen, Bohnen, Speck“ oder den Dessertklassiker „Birne Helene“. Süße Birnen in Kombination mit pikantem Käse (z. B. Gorgonzola), mit herzhaftem Gemüse (z. B. Fenchel, Rotkohl) oder mit Wildgerichten bieten ein ganz besonderes Geschmackserlebnis. Aber auch als Kuchen- oder Tarte-Belag schmecken Birnen köstlich – und natürlich zum Abschluss eines gehaltvollen Menüs in der flüssigen Variante eines Obstbrandes.

Wussten Sie, dass …

… es mehr als 2.500 verschiedene Birnensorten gibt?

… Birnen zu etwa 83 Prozent aus Wasser bestehen?

… man zwischen Tafel-, Koch- und Mostbirnen unterscheidet?

… nahezu 40 Prozent der weltweiten Birnenernte aus China kommt?

… die wohl berühmteste Ballade von Theodor Fontane von einem Birnbaum handelt?